namen

Namen mit gewisser und teilweiser langjähriger Bedeutung, die auf etwas verweisen, welches sich als Tätigsein öffentlich – oder zumindest nicht privat – zeigt oder zeigte; eine Grammatik:
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GRAPEFRUIT

Im Sardischen Kulturverein Su Nuraghe war die NoRoomGallery mit dem KunstHasserStammTisch zu Gast: Generation GRAPEFRUIT – Ein bunter Abend, nicht nur zur Überalterung von Künstlerhäusern, sondern zur Präsentation junger künstlerischer Praxen in Hamburg.
FOTO: Claudia Höhne www.claudiahoehne.com

Und da war dann der endgültige Beweis dafür, dass alles wieder von vorne los geht nur eben anders, ganz anders und dann vielleicht auch irgendwann sichtbar… im Orgelspiel deutete es sich an… ja, da deutete es sich an!
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offen

Am 8. und 9. November sind in der Stresemannstrasse 374/Hamburg die Türen der örtlichen Ateliers geöffnet, so wird auch meine Tür geöffnet sein. IMG_3520

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Edward Bellamy – Das Jahr 2000

Foto 1“Aber wie konnte ich leben, ohne der Welt zu dienen? wird der Leser fragen. Wie konnte die Welt jemand Unterhalt gewähren, der nicht arbeitete und doch arbeiten konnte? Die Antwort auf diese Frage ist, dass mein Urgroßvater ein Vermögen gesammelt hatte, von dem seine Nachkommen lebten. Man wird vermuten, dass das Vermögen sehr groß gewesen sei, da es durch das Leben dreier Generationen in Untätigkeit nicht aufgezehrt wurde. Das war jedoch nicht der Fall. Das Vermögen war ursprünglich keineswegs groß. In der Tat war es jetzt, nachdem drei Generationen untätig davon gelebt hatten, viel größer als anfänglich. Dieses Geheimnis von Benutzung ohne Verbrauch, von Wärme ohne Verbrennung scheint wie ein Zauber, war aber einfach die geistvolle Anwendung der, glücklicherweise jetzt verloren gegangenen, von unseren Vorfahren aber zu großer Vollkommenheit gebrachten Kunst, die Last für jemandes Unterhalt auf die Schultern anderer zu werfen. Der Mann, der das fertig brachte, und alle trachteten danach es soweit zu bringen, lebte dann, wie man sagte, von dem Abwurf seines Vermögens. Es würde uns zu weit führen, hier zu erklären, wie die alten Methoden der Industrie dies ermöglichten. Ich will nur soviel sagen, dass die Interessen von Kapitalanlagen eine Art Steuer waren, welche ein Mann, der Geld erworben oder geerbt hatte, von dem Erwerb derer erhob, welche sich mit Industrie beschäftigten. Man darf nicht glauben, dass ein nach modernen Begriffen so unnatürliches und widersinniges Verhältnis von unseren Vorfahren niemals getadelt worden wäre. Gesetzgeber und Philanthropen bemühten sich von den frühesten Zeiten an, die Zinsen abzuschaffen, oder doch auf möglichst geringes Maß zu beschränken. All diese Bemühungen sind jedoch misslungen und mussten notwendigerweise misslingen, solange die alte soziale Organisation herrschte. Zu der Zeit, von welcher ich schreibe, also vom Ende des 19. Jahrhunderts, hatten im allgemeinen die Regierungen den Versuch, die Sache zu regulieren, vollständig aufgegeben.”

Edward Bellamy (1888): Das Jahr 2000 – Ein Rückblick auf das Jahr 1887.

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…zu einer notwendigen unmöglichkeit.

So fängt er an: “Also, Anselm Reyle nimmt sich erstmal eine Auszeit: “In der letzten Zeit kam ich mehr und mehr in die Position, Anfragen zu beantworten, auch um den Betrieb an sich zu finanzieren.“ Der Bertrieb? Das ist etwas ganz abstraktes, etwas in der Wortwahl sehr zweideutiges und sicher gerade deshalb bewusst so formuliert:
Der Betrieb? In der Betriebswirtschaftslehre ist das eine „planvoll organisierte (örtliche, technische) Wirtschaftseinheit zur Herstellung (Produktion) von (Sach-)Gütern und Dienstleistungen. Der Betrieb kann als Teilbereich eines Unternehmens verstanden werden, oft ist aber mit dem Wort Betrieb ein ganzes (Wirtschafts-) Unternehmen gemeint.“
Der Betrieb? In der Kunst steht Betrieb für die unüberschaubare Menge von Subsystemen, die alle irgendwie an der Produktion, an der Aristokratisierung und an dem Vertrieb von Kunst beteiligt sind. Betrieb ist der klebrige Begriff, der den Werken und Künstlern das mystisch Wahrhaftige entzieht, um den Moloch der Vereinnahmung und  der Rationalität zu füttern. Eine Art Wurzelbehandlung der Kunst, die notwendig aber gerade deshalb umso schmerzhafter ist.”

Der Text Anmerkungen zu einer notwendigen Unmöglichkeit ist von Armin Chodzinski und in der Publikation Kultur und Management von Raphaela Henze zu finden. Ob das Buch gut ist, weiss ich nicht – der Text ist gut und gerade erschienen:

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vorab(auszug)

studio“Medizingeschichte wird zur Sozialgeschichte wenn sich die Perspektiven erweitern: Der Blick auf die Patienten, auf die strukturellen Rahmenbedingungen, auf die Herrschaftsverhältnisse und Klassenunterschiede erweitert den medizinischen Blick und verwandeln die Krankheit in ein Symbol, in eine Folgeerscheinung, in ein gesellschaftliches Symptom. Das ist so etwas wie die Nebenwirkung einer Medizin, die sich der wissenschaftlichen Forschung verschreibt. Die Sehnsucht nach Erkenntnis ist von der Sehnsucht nach Heilung unterschieden und so folgen der Diagnose einer Krankheit und deren Behandlung immer auch die Fragen nach dem Warum? Spiritualität, Metaphysik und Glaubenssätze hatten in der Frage nach dem Warum so lange Bestand, bis die ersten Körper geöffnet, seziert und konzentriert begutachtet wurden, danach wurde es etwas komplexer und letztlich immer auch zwangsläufig politisch. Skorbut, Cholera, Pest, Kinderlähmung, Windpocken. Spätestens dann, wenn die Sehnsucht nach Erkenntnis befriedigt war und die Sterblichkeit aus dem göttlichen Strafkatalog in das menschliche Heilungsregister übertragen werden konnte, formulierte sich aus der Frage der Heilung auch die Frage der gesellschaftlichen Verhältnisse. Mehrheitlich hat das durch die Geschichte hindurch nur langsam etwas verändert aber immerhin: Das Sterben anderer ist ein ziemlich stichhaltiges Argument für allerlei Handlungen – manchmal.”

(Vorabauszug)
Chodzinski: Malkontista – Über das Mißvergnügen mit den Bedingungen (2015/16)
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die horizontalen

Foto 4“Wir müssen liegen, immer liegen… Settembrini sagt immer, wir lebten horizontzal, – wir seien Horizontale, sagt er, das ist so ein fauler Witz von ihm. [...]” Hans Castorp hörte das kaum. Der Mund stand ihm offen, denn er konnte nicht recht durch die Nase atmen, ohne daß er übrigens Schnupfen gehabt hätte. Sein Herz hämmerte in falschem Takte zur Musik, was er dumpf als quälend empfand. Und in diesem Gefühl von Unordnung und Widerstreit begann er einzuschlafen, als Joachim zum Heimgeghen mahnte. [...] Sie trennten sich vor Nummer 34 mit einem kurzen  Auf Wiedersehn. Hans Catorp steuerte durch sein Zimmer auf den Balkon hinaus, wo er sich wie er ging und stand, auf den Liegestuhl fallen ließ und, ohne die einmal eingenommene Lage zu verbessern, in einen schweren, von dem raschen Schlagen seines Herzens peinlich belebten Halbschlummer sank.”

Thomas Mann(1924/2008): Der Zauberberg, S.105
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rauchen

Foto 4“Das verstehe ich nicht!” sagte Hans Castorp. ” Ich verstehe es nicht, wie jemand nicht rauchen kann, – er bringt sich doch, sozusagen, um des Lebens bestes Teil und jedenfalls um ein ganz eminentes Vergnügen! Wenn ich aufwache, so freue ich mich, daß ich tagsüber werde rauchen dürfen, und wenn ich esse, so freue ich mich wieder darauf, ja ich kann sagen, daß ich eigentlich bloß esse, um rauchen zu können, wenn ich damit natürlich auch etwas übertreibe. Aber ein Tag ohne Tabak, das wäre für mich der Gipfel der Schalheit, ein vollständig öder und reizloser Tag, und wenn ich morgen sagen müßte: heute gibt’s nichts zu rauchen, – ich glaube, ich fände den Mut gar nicht, aufzustehen, wahrhaftig, ich bliebe liegen. [...] Denn es kann einem sehr schlecht gehen, – nehmen wir mal an, es ginge mir miserabel; aber solange ich noch meine Zigarre hätte, hielte ich’s auch, das weiß ich, sie brächte mich darüber weg.”

Thomas Mann(1924/2008): Der Zauberberg, S.71

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schreiben

schreiben

“Das war gar nicht so dumm von Ihnen, daß Sie Ihr Hamburg mal auf einige Zeit sich selbst überließen. Ist ja eine höchst dankenswerte Einrichtung, dieses Hamburg; stellt uns immer ein nettes Kontingent mit seiner feuchtfröhlichen Meterologie. [...] Also nun mal los mit Lustwandel! Aber nicht mehr als ‘ne halbe Stunde! Und nachher die Quecksilberzigarre ins Gesicht gesteckt! Immer hübsch aufschreiben! Dienstlich! Gewissenhaft! Sonnabend will ich die Kurve sehen. Ihr Vetter soll auch gleich mitmessen. Messen kann nie was schaden.”

Thomas Mann (1924/2008): Der Zauberberg, S.69
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delay’s five forces

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Zur aktuellen Diskussion um die neue Veröffentlichung von Jan Delay, soll hier ein kurzes Zitat aus dem Text: Kunst und Stadtenetwicklung. 2007 beigetragen werden. Zu finden ist dies in: Über stilvolle Bewegungen eines Pinsulaners in Städten und Organisationen – Backup 02 (2009), Seite 42-47:

“Und die Kunst verspricht auch noch, das alles zu tun, verspricht einen Plan, verspricht ein Ergebnis, die Kunst verspricht alles: An dieser Stelle wird in dem Vortrag das Stück ‘Kartoffeln’ von Jan Delay eingespielt, in dessen Text Jan Delay verspricht, mit wenigen Veränderungen innerhalb von 20 Jahren aus Bielefeld Manhattan machen zu können.
Aus Bielefeld Manhattan zu machen, zu behaupten, man könne dies aktiv, erinnert ein wenig an die letzten Tage Picasso, der aus Leinwand, Holz und Farbe ein millionenteures Kunstwerk schaffen konnte. Hier und auch anderen Stellen ist die Kunst das Versprechen auf Einlösung, auf Entwicklung und auf die Planbarkeit – zumindest ein bisschen.”

Eine ergänzende Analyse zu Gestaltungswillen und Stadtentwicklung finden Sie in dem Video zu Delay’s Five Forces des Tanzalphabetes unter dem Buchstaben ST.

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es war uns eine freude…

Allegorie_498361Auf diesem Wege herzlichen Dank an die zahlreichen Gäste der “Allgorie der Unsterblichkeit – Was Sie schon immer über Wachstum wissen wollten”. Es waren gute Abende, die von mal zu mal besser wurden. Ein paar Eindrücke sind nun auf dieser Seite zu sehen: hier

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noch 9 tage…

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Tim Jackson sagt: „Wir haben offenbar großes Interesse am Wohlbefinden des andern. Das es allen gut geht, ist ein allgemein menschliches Anliegen. Wir wollen, dass es uns gut geht, aber wir wollen natürlich auch, dass das in Zukunft so bleibt. Wir werden wohl kaum das Gefühl haben, dass das Leben glatt läuft, wenn wir damit rechnen müssen, dass morgen, ja morgen alles in die Brüche geht.”

In diesem Sinne: Guten Tag!

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Tanzalphabet

Nun also doch: Aufgrund immer wiederkehrenden Fragen und Wünschen zum Tanzalphabet wird nun nach und nach das gesamte Alphabet auf YouTube eingestellt werden und eine eigene Playlist erhalten.
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Den Ausschlag zur vollständigen Veröffentlichung gab allerdings vor allem eine großartige Bücher- und Textspende, die ich dankenswerter und unerwarteter Weise erhielt. Eine Reihe von vergessenen und größtenteils nicht auffindbaren Texten zu den Themen Jugendkultur, Mode, Tanz und Subversion. Das Stöbern in diesen Büchern kontextualisiert das Tanzalphabet und vieles andere auch. So sollen die Texte in Auszügen geteilt werden und die Tänzen bilden den Anlass – mal klar und deutlich, mal abwegig und weiterführend:
g-l

“Einige Tänzer beginnen zu tanzen wie Kinder, die Lokomotive spielen. Die Arme angewinkelt, die eine Faust auf dem Rücken, die andere vor dem Magen, immer schneller die Arme vor und zurück schwingend, bringen sie sich in eine stampfende Bewegung. Das Beinwerk arbeitet mit Fixigkeit auf einem Quadratmeter, für die Armschwünge wird mehr Platz erobert.. Die rasselnden Rhythmen sowie Krach und Bewegung auf der Tanzfläche gleichen der Betriebssamkeit eines Maschinensaals.”
(FAZ vom 23. April 1966)

Zur Playlist.

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empathie with the devil

Die Empathie ist zu einem Schlagwort geworden, das die Paralyse gegenüber den herrschenden Bedingungen vielleicht auflockern kann. Das Klebrige an der Sache ist, dass die Wissenschaft sich dem Thema zu einer Zeit mit hoher Dringlichkeit annimmt, in der insbesondere Manager und die Wirtschaft im Allgemeinen ein erhöhten Bedarf in die Welt schreit. Seminare, Workshops und Incentives widmen sich der Empathie. Man kann das verachten, aber man kann auch konstatieren, dass dies die sichtbarste Reaktion darauf ist, dass die Produktionsmittel schon seit langem nur noch in unserer aller Köpfe vorkommen und sich Führung neu definieren muss. Wir können das aber auch als sichtbares Zeichen sehen unsere Produktionsmittel ernst zu nehmen und sie in einem Akt der Selbstermächtigung auch zu nutzen. Fühlen – Denken – Handeln
empathie

Ein interessantes Feature zum Thema Empathie sei deshalb allen ans Herz gelegt: Der Mensch, das emotionale Wesen von Frank Schüre. Denn: “Empathie ist In” sagt der Unternhemensberater Thorsten Schroer.

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